Ex-Kameradschaft in Neugründung

Seit Herbst 2009 kann in Berlin eine Kontinuität neonazistischer Angriffe auf linke und alternative Lokalitäten verzeichnet werden. Für viele dieser Angriffe konnten die sogenannten „Freie Nationalisten Berlin-Mitte“ (FN-Mitte) verantwortlich gemacht werden. Das Aktionsgebiet dieser Gruppe erstreckte sich über ganz Berlin, wobei sich viele Aktionen um das jeweilige Wohnumfeld ihrer Aktivist_innen konzentrierten. Aufgrund konsequenter antifaschistischer Öffentlichkeitsarbeit und zunehmender polizeilicher Repression, z.B. in Form einer Hausdurchsuchung bei einem Mitglied der FN-Mitte, löste sich die Gruppe Ende September auf.

Ende gut, alles gut?

Nachdem es kurz ruhig um die ca. 10-15 Personen umfassende Gruppe samt Anhang war, fielen Sie erneut während der Neonazi-Demonstration am 23.Oktober in Neustrelitz auf. Die Einschätzungen beobachtender Antifaschist_innen bewahrheiteten sich schon bald: seit Anfang November existiert wieder ein Internetauftritt des Personenzusammenhangs, welcher nun unter dem pathetischen Namen „Nationalistische Befreiungsfront Berlin (NBfB)“ oder auch unter dem anscheinend Bürger-kompatibleren „Nationale Bürgerbewegung Berlin“ firmiert.

Nazis haben Namen und Adressen!

Beteiligt an dieser Kontinuität rechter Angriffe und der Gründung der beiden genannten Kameradschaften ist seit jeher der Ex-Weddinger Steve Hennig, welcher nun mit seiner Lebenspartnerin aufgrund offensiver antifaschistischer Gegenwehr nach Berlin-Süd, genauer nach Lichterfelde gezogen ist. Seine Verbindungen von der NPD-Berlin über die Treptower-/ Köpenicker Kameradschaftsszene zu rechten Jugendlichen können als Schnittstelle zur Rekrutierung von Nachwuchs verstanden werden. Im Wedding war er verantwortlich für Propagandaaktionen und Angriffe auf die Hausprojekte Scherer 8, der Groni 50 sowie dem Linksparteiladen „Linkstreff“. Doch auch in Lichterfelde fiel er durch das gekonnte Kleben von neonazistischen Stickern rund um den S-Bahnhof Osdorfer Straße auf. Steve Hennig, welcher noch immer sehr ambitioniert versucht, rechtsorientierte Jugendliche in sein Nazi-Umfeld einzugliedern und ihnen mit gemeinsamen Demonstrationsbesuchen, Besuchen im „Henker“ (Nazi-Kneipe in Berlin-Schöneweide) und niedrigschwelligen Propagandaaktionen eine rechte Erlebniswelt bietet, ist eine gefährliche Person.

Damit das Konzept einer vormals sogennanten FN-Mitte nicht aufgeht, bedarf es wie in Weißensee und Wedding einer nachhaltigen, entschlossenen antifaschistischen Gegenwehr. Hierzu müssen die Kader und Integrationsfiguren offensiv angegangen werden. Darum wurde Steve Hennig mit Hilfe von hunderten Flugblättern in seiner Nachbarschaft bekannt gemacht.

Nazis aus der Anonymität reißen!

Auf die Pelle rücken! – Plattform für linke Politik in Wedding und Moabit