Auf die Pelle rücken! - Antifaschistische Infos aus Wedding und Moabit http://aufdiepelleruecken.blogsport.de Antifaschistische Infos aus Wedding und Moabit Mon, 22 Apr 2013 13:16:21 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Moabit: Infoveranstaltung http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/04/05/moabit-infoveranstaltung-haende-weg-vom-wedding/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/04/05/moabit-infoveranstaltung-haende-weg-vom-wedding/#comments Fri, 05 Apr 2013 18:32:10 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Termine Berlin-Moabit http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/04/05/moabit-infoveranstaltung-haende-weg-vom-wedding/ Seit einigen Jahren entstehen von Neukölln, über Kreuzberg und Wedding hin zahlreiche Ansätze sozialer Bewegungen. Ob gegen Mietsteigerungen, Zwangsräumungen, Verdrängung oder rassistische Ausgrenzung: soziale Fragen werden immer häufiger und eindringlicher aufgeworfen. Die Stadt als Ort von Herrschaft, als Feld der Überwachung und Bestrafung von Delinquenz, abweichendem Verhalten, wird zunehmend zu einem gewinnorientiertem Projekt. Quartiersmanagements als Motoren der Gentrifizierung, Repressionsorgane wie die Polizei und Investor_innen arbeiten dabei Hand in Hand gegen soziale Eskalationen und versuchen, soziale Proteste frühestmöglich zu verhindern. Mit Projekten der „sozialen Kontrolle“ wie den „Kiezläufern“, werden Herrschaft und Disziplinierungsversuche direkt in den Kiezen installiert.

17. April 2013 | 19:30 | Fabriktheater Moabit
(unter dem Dach der Kulturfabrik Moabit: Lehrter Straße 35, 10557 Berlin)

Referent_innen des Weddinger Bündnisses Hände weg vom Wedding! zeigen auf, was im Zuge der neoliberalen Umstrukturierung der Stadt, der damit einhergehenden totalen Verwertung und dem Aufbau einer umfassenden Sicherheitsarchitektur zur Zeit in Berlin passiert.

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Presseschau: Darker than brown http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/03/10/presseschau-darker-than-brown/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/03/10/presseschau-darker-than-brown/#comments Sun, 10 Mar 2013 17:43:20 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Moabit http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/03/10/presseschau-darker-than-brown/ Teile der Black-Metal-Szene sind von Rechten unterwandert. Eine zentrale Figur der deutschen NS-Black-Metal-Szene ist der Berliner Hendrik Möbus.

Die Besetzung des Podiums bei dem von der Initiative »Auf die Pelle rücken« organisierten Vortrag »Neonazis und neurechte Strömungen im Extreme Metal« in der Kulturfabrik in Berlin-Moabit war so gemischt wie das Publikum. Während einige eher dort waren, um mehr über neonazistische Umtriebe zu erfahren, gehörte ein Teil des Publikums offensichtlich der Metal-Szene an, so wie die Frau, die angab selbst Metalkonzerte zu veranstalten und sagte, sie wüsste bei den unverständlich gesungenen Texten in ihr fremden Sprachen nicht immer, wo die Bands politisch stehen. Die Diskussion zwischen dem Referenten Attila Steinberger und dem Publikum kreiste, wie oft bei derlei Subkulturdiskussionen, um die Frage, was noch Kunst sei und wo Rassismus und neonazistische Propaganda anfangen.

Steinberger sprach in diesem Zusammenhang davon, dass »die Germanen« nichts dafür könnten, dass sie von den Nazis instrumentalisiert worden seien, um Imperialismus und Chauvinismus zu rechtfertigen. Ohnehin seien viele historische Bezüge der Rechten weit hergeholt.

Steinberger schätzt, dass von den weltweit insgesamt rund 20 000 Bands in den verschiedenen Genres des Extreme Metal wie Death oder Black Metal etwa 400 als neonazistisch einzuordnen sind. Seiner Zählung nach liegt Deutschland dabei mit 60 von insgesamt 2 000 Bands vor den USA mit 50 von 3 000 und Skandinavien mit 40 von 2 500 Bands ganz vorne.

Seinen Ursprung hat der NS-Black-Metal (NSBM) im Norwegen der frühen neunziger Jahre. Standen dort im Black-Metal-Untergrund zu Beginn noch Satanismus, Grabschändungen, Selbstverstümmlungen und Brandstiftungen hoch im Kurs, kamen bei einem Teil der Szene bald auch Rassismus, Antisemitismus und die Glorifizierung totalitärerer Ideologien wie Stalinismus und Faschismus hinzu.

Die Szene bestand überwiegend aus jungen Männern. Viele der ersten Generation dieser norwegischen Black-Metaler waren kaum 20 Jahre alt, als sich die eingeschworene Gemeinschaft in und um den Osloer Plattenladen Helvete (»Hölle«) sammelte. Aufsehen erregte das Milieu vor allem mit Kirchenbrandstiftungen, aber auch mit Mord. 1992 ermorderte Bård G. Eithun von der Band Emperor einen Homosexuellen in Lillehammer. Weit bekannter jedoch ist der Fall Varg Vikernes.

Vikernes, der auch unter dem Pseudonym Count Grishnackh und dem Namen seiner Ein-Mann-Band Burzum bekannt ist, erstach am 10. August 1993 seinen Musikerkollegen Øystein Arseth, genannt Euronymous, mit dem er zusammen in der Band Mayhem gespielt hatte und den er später als »Kommunisten« bezeichnete. Neben dem Mord wurde Vikernes auch für mehrere Brandstiftungen zu insgesamt 21 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch 2009 auf Bewährung frei.

Im Gefängnis wandte er sich offen neonazistischen Ideologien zu. Zeigte die erste Platte von Vikernes’ Band Burzum auf dem Cover noch provokativ eine der abgebrannten Kirchen und wurde mit einem Feuerzeug als passender Beilage verkauft, waren auf späteren Platten Wikingermotive, Runen und Hakenkreuze zu sehen, und statt auf Satan berief man sich auf Odin als »arteignen« nordischen Gott.

Dass NSBM jedoch auch in seiner Anfangszeit keineswegs ein rein norwegisches Phänomen war, zeigt sich unter anderem am Beispiel der seit den frühen neunziger Jahren aktiven Band Legion of Doom aus Griechenland, deren Mitgleider sich immer wieder als Unterstützer der neonazistischen Partei Chrysi Avgi inszenieren. In Schweden wurde 1998 Jon Nödtveidt von der Band Dissection wegen Beihilfe zum Mord an einem homosexuellen Migranten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In Polen ermittelte die Polizei Mitte der neunziger Jahre wegen rechtsextremer Inhalte gegen die Band Infernum.

Wichtig für die Entstehung des deutschen NSBM-Untergrunds war die thüringische Band Absurd, ohne die die hiesige Szene nicht denkbar wäre. Die Band wurde in den frühen neunziger Jahren in der Kleinstadt Sondershausen gegründet, zu einer Zeit, als Black Metal in der deutschen Metal-Szene kaum eine Rolle spielte. Die thüringische Teenagerband besaß ihre Credibility jedoch nicht wegen ihrer Musik – die Band spielte in ihrer Frühphase eher eine rumpelige Mischung aus schlechtem Punk und schlechtem Metal –, sondern weil ihre Mitglieder zeigten, dass sie es wirklich ernst meinten und ihren Worten Taten folgen ließen.

Drei der Bandmitglieder wurden im Februar 1994 wegen gemeinschaftlichen Mordes an ihrem Mitschüler Sandro B., den sie im April des Vorjahres getötet hatten, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Tat geriet als »Satansmord von Sondershausen« in die Schlagzeilen und machte die Band bundesweit bekannt. Aus dem Gefängnis heraus veröffentlichten Absurd eine Musikkassette auf dem polnischen Label Capricornus Productions. Das Cover zeigt das Grab des ermordeten Sandro B. zusammen mit dem Vermerk, dieser sei von der »Horde Absurd« ermordet worden. Die Katalognummer der Kassette lautet »NS 2«.

Einer der drei Verurteilten war Hendrik Möbus. Spätestens während seiner Haftzeit politisierte er sich und fiel immer häufiger durch extrem rechte Aussagen auf. Nach seiner Haftentlassung 1998 trat Möbus unter anderem als einer der Gründer der Deutschen Heidnischen Front, des deutschen Ablegers von Vickernes’ Allgermanischer Heidnischer Front, in Erscheinung. Vor allem aber begann er eine Karriere als Musiker, Produzent und Konzertveranstalter, wobei ihm sein Bruder Ronald zur Seite stand.

Bereits während Hendrik Möbus in Haft saß, hatte sein Bruder das Plattenlabel Darker than Black gegründet. Auf dem von beiden organisierten Festival »Germanischer Black-Metal-Sturm über Deutschland« am 26. September 1998 traten auch Absurd auf. Auf der Bühne zeigte Hendrik Möbus, der ein T-Shirt von Burzum mit dem Schriftzug »Support your local Einsatzgruppe« trug, den »Hitlergruß«, was ihm, der nur auf Bewährung aus der Haft entlassen worden war, seine nächste Haftstrafe einbrachte. Möbus legte jedoch Berufung ein und setzte sich in die USA ab, wo er bei dem Neonazi William Pierce, dem Gründer der National Alliance, Unterschlupf fand. Dort beteiligte er sich am Aufbau des Rechtsrock-Labels Resistance Records, das Pierce ebenso erworben hatte wie Varg Vickernes’ Label Cymophane Productions.

Als die US-Behörden Möbus schließlich verhafteten, versuchte er Asyl zu beantragen, wurde aber nach Deutschland abgeschoben, wo er bis 2007 im Gefängnis saß. Nach seiner abermaligen Haftentlassung zog er nach Berlin. Er soll zu den Händlern des Labels Darker Than Black und des angeschlossenen Versandhandels Merchant of Death gehören. Bei einer Durchsuchung des Versandhandels durch die Polizei im Oktober 2009 wurden 12 000 Tonträger beschlagnahmt. Im Januar 2011 erließ das Amtsgericht Tiergarten in diesem Zusammenhang einen Strafbefehl, eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten wurde festgesetzt. Doch Strafandrohungen scheinen Möbus wenig zu stören. Merchant of Death vertreibt noch heute Tonträger von Bands, die eindeutig extrem rechts bis neonazistisch sind, wie etwa Nordvrede oder Kaevum aus Norwegen und die polnische Black Meta-Band LSSAH, deren Name für »Leibstandarte-SS Adolf Hitler« steht.

Am 27. Januar gab Hendrik Möbus dem extrem rechten Internet-Fernsehprogramm FSN-TV ein Live-Interview, bei dem auch Zuschauerfragen beantwortet wurden. So weiß das geneigte Publikum seitdem, dass er gerne im vom Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke betriebenen »Hexogen« in Berlin-Schöneweide sein Bier trinkt, die Rechtsrockband Stahlgewitter mag und am liebsten mit einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten abgeschottet auf dem Land leben würde. Eingeleitet wurde das Gespräch mit einem Kalauer. Er werde »zwischen null und einer Million Fragen« gestellt bekommen, sagt Moderator Patrick Schröder alias »H8«. Ihm wären »sechs Millionen« lieber, entgegnete Möbus.

von Fabian Kunow, Jungle World

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Reinickendorf: Kundgebung erfolgreich http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/16/reinickendorf-kundgebung-erfolgreich/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/16/reinickendorf-kundgebung-erfolgreich/#comments Sat, 16 Feb 2013 11:59:59 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Reinickendorf http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/16/reinickendorf-kundgebung-erfolgreich/

Am frühen Abend 15. Februar versammelten sich etwa 30 Antifaschist_innen in Berlin-Tegel vor der Kneipe „Zum Kegel“ in der Grußdorfstraße, um gegen eine geplante Kreisverbandssitzung des Kreisverband 2 der NPD Reinickendorf zu protestieren.

Das Lokal wurde bereits in der Vergangenheit regelmäßig von der NPD Reinickendorf frequentiert, beispielsweise um dort Mitglieder-versammlungen, Vortragsveranstaltungen und „Interessententreffen“ durchzuführen. Mitte November des vergangenen Jahres wurde ein geplantes „Kegelturnier“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ in den Räumen des „Kegel“ verhindert, nachdem Antifaschist_innen zu öffentlichen Gegenprotesten aufgerufen hatten.

Zu Begin der gestrigen Kundgebung suchte Michael Cyranik, der Wirt der Kneipe, das Gespräch mit den Teilnehmer_innen und distanzierte sich von vergangenen Veranstaltungen der NPD. Er gab an, dass die NPD-Reinickendorf zu der Veranstaltung am Abend ohne sein Wissen aufgerufen habe. Auch sagte er zu, in Zukunft keine Veranstaltungen mehr von Neonazis bei sich haben zu wollen.

Wir sehen die Zusage, neonazistische Strukturen zukünftig aus der Kneipe zu verweisen, als Erfolg und Fortsetzung des Bestrebens, Akzeptanz- und Rückzugsräume für neonazistisches Gedankengut anzugreifen. Auch in Zukunft werden wir neonazistische Partei- und Kameradschaftsstrukturen, sowie sie beherbergende Lokalitäten beobachten und aufdecken.

Bilder von der Kundgebung.

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Reinickendorf: Kundgebung http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/08/reinickendorf-kundgebung/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/08/reinickendorf-kundgebung/#comments Fri, 08 Feb 2013 00:14:37 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Termine Berlin-Reinickendorf http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/08/reinickendorf-kundgebung/
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15. Februar 2013 | 18:00 | Grußdorf- Ecke Buddestraße
(Anfahrt über S-Berlin-Tegel oder U-Alt-Tegel)

„Kein Stammtisch für Nazis – der NPD in Reinickendorf auf die Pelle rücken!“

Am 15. Februar möchte die NPD-Reinickendorf in der Kneipe „Zum Kegel“ eine Mitgliederversammlung durchführen und bei dieser Gelegenheit ihren neuen Kreisverbandsvorstand wählen. Die Kneipe „Zum Kegel“ aus Alt-Tegel ist in diesem Zusammenhang kein unbekannter Ort. Erst im vergangenen November hatten die Betreiber_innen eine geplante NPD-Veranstaltung nach antifaschistischen Protesten kurzfristig abgesagt.

Nachdem zum Jahreswechsel die Weddinger Kneipe „Postkutsche“, die die NPD öfter nutzte, schließen musste, geht es nun darum, der NPD Reinickendorf die letzten Rückzugsräume streitig zu machen.

Hier haben Antifaschist_innen noch ein Stück Arbeit vor sich, denn bestimmte Teile der Reinickendorfer Kneipenlandschaft kooperieren offen mit Neonazis, nicht nur der Einnahmen halber, sondern offensichtlich auch auf Grund heimlicher Sympathien. Kommt darum am Freitag, den 15. Februar nach Tegel, um den Bund aus „Alt-Deutscher Kneipenkultur“ und Neonazismus gemeinsam zu stören!

Eine Initiative von:
Antifaschistische Initiative Reinickendorf [AIR]
Nazis auf die Pelle rücken! | aufdiepelleruecken.blogsport.de

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Reinickendorf: NPD weiterhin in Kneipen aktiv http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/07/reinickendorf-npd-weiterhin-in-kneipen-aktiv-npd/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/07/reinickendorf-npd-weiterhin-in-kneipen-aktiv-npd/#comments Thu, 07 Feb 2013 01:01:22 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Reinickendorf http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/02/07/reinickendorf-npd-weiterhin-in-kneipen-aktiv-npd/ Ein Nachtrag zur rechten Kneipenlandschaft in Reinickendorf:

Kürzlich haben wir darüber berichtet, dass eine ganze Reihe von Lokalitäten im Berliner Norden regelmäßig Veranstaltungen der NPD-Reinickendorf ausrichtet. Distanzierungen der im letzten November gouteten Kneipen haben uns bislang nicht erreicht, dafür neue Recherchen, die eher auf eine gegenteilige Entwicklung hindeuten:

So liegen uns Informationen vor, wonach der Reinickendorfer NPD Kreisverband (KV) 2 für den 15. Februar 2013 ab 19 Uhr zu einer geschlossenen Mitgliederversammlung in das bereits geoutete Lokal „Zum Kegel“ (Grußdorfstr. 1-3, 13507 Tegel) mobilisiert.

Als Antifaschist_innen im vergangenen November anlässlich eines geplanten Kegelturniers der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) unter Schirmherrschaft der NPD-Reinickendorf, zu einer Kundgebung vor dem Lokal aufriefen, wurden sie vom Wirt darüber informiert, dass die geplante Veranstaltung kurzfristig abgesagt worden sei. Die Wirtsleute Elfriede Bartz und Michael Cyranik wollten nach eigenen Aussagen kein allzu großes Aufsehen um ihr Lokal. Doch anstelle sich nachhaltig von neonazistischen Veranstaltungen in ihrer Kneipe zu distanzieren, outete sich Cyranik damals selbst durch rassistische Äußerungen und erklärte sein Unverständnis darüber, dass NPD-Veranstaltungen „so plötzlich“ Proteste hervorriefen. Immerhin hätten in früheren Jahren schon „Die Republikaner“ in seinem Lokal verkehrt, ohne dass sich jemand daran gestört hätte. So weit so schlecht. Ob die im Februar geplante Veranstaltung ungestört über die Bühne gehen wird, oder ob sich wie beim letzten mal Protest dagegen regt, bleibt abzuwarten.

Auch das Lokal „Bierstub‘n“ (Residenzstraße 9, 13409 Reinickendorf) bewirtet weiter unbeeindruckt Neonazis: Keine zwei Wochen nachdem die Kneipe im November letzten Jahres öffentlich von Antifaschist_innen geoutet wurde, setzte die NPD ihre Aktivitäten fort. Schon im Jahr 2012 konnten hier etwa ein Dutzend NPD-Stammtische, Filmvorführungen, sowie Vortrags- und Zeitzeugenveranstaltungen stattfinden. Seit 2013 geht die Kooperation zwischen der Gaststätte und den Neonazis sogar soweit, dass sich der Reinickendorfer Kreisverband (KV) 2 finanziell am Abschluss einer „Glasversicherung“ für das Lokal beteiligen will. Offenbar sind sich die Beteiligten genau darüber im Klaren, mit wem sie sich eingelassen haben.

Trotzdem gibt es einen Erfolg zu vermelden: Das Weddinger Lokal „Postkutsche“ (ehemals Gerichtstraße 34, 13347 Berlin) hat zum Jahreswechsel seine Pforten geschlossen. Das Ende der „Postkutsche“ erklärte die Wirtin vor Weihnachten ausgerechnet gegenüber der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Sie blieb bei der Behauptung, von den rechten Umtrieben in ihrer Gaststätte nichts gewusst zu haben. Zuvor war jedoch bekannt geworden, dass die NPD in dem Lokal über Jahre hinweg immer wieder abendfüllende Vortragsveranstaltungen durchführen konnte. Anschließend war die „Postkutsche“ innerhalb weniger Wochen mehrfach zum Ziel antifaschistischer Proteste und direkter Aktionen geworden.

Jetzt gilt es der NPD im Norden Berlins auch die letzten Rückzugsräume streitig zu machen.

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Moabit: Infoveranstaltung http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/01/25/moabit-infoveranstaltung-2/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/01/25/moabit-infoveranstaltung-2/#comments Fri, 25 Jan 2013 00:05:57 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Termine Berlin-Moabit http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2013/01/25/moabit-infoveranstaltung-2/ Neonazis und neurechte Strömungen im Extreme-Metal

Die Veranstaltung mit dem Referenten Attila Steinberger [Nürnberg] beleuchtet das Dunkelfeld NSBM und geht auf die politische Wirkmächtigkeit dieser Szene innerhalb der Metal-Subkultur ein.

22. Februar 2013 | 19:00 | Fabriktheater Moabit
(unter dem Dach der Kulturfabrik Moabit: Lehrter Straße 35, 10557 Berlin)

Vor 20 Jahren haben sich im als sonst als „Negermusik“ geschmähten Extreme-Metal mit Burzum, Legion of Doom und Absurd die ersten Nazis eingefunden. Mittlerweile sind Nazibands in den Sparten Black und Pagan Metal weitgehend akzeptiert. Nicht nur gründet das in entsprechender Zurückhaltung (wenig NS-Elemente) der Bands selbst, sondern auch in geteilten Werten wie aggressivem Auftreten, laienhafter Musik und einer Erotik des Bösen. Während Nazibands im Black Metal unverhohlen das Dritte Reich und Massenmord preisen, treten sie unverfänglicher im Pagan Metal auf, wo sie allerdings Elemente der völkischen Bewegung und konservativen Revolution einbringen, beides Grundlagen des Nationalsozialismus. Im Zusammenhang mit der historischer Unbedarftheit der Paganisten und romantischen Sehnsüchten werden so völkische Ausgrenzungsmuster, Verhaltensweisen und Symbole verbreitet.

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Moabit: Stellungnahme Slaughterhouse e.V. zu den Vorwürfen http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/12/25/moabit-stellungnahme-des-slaughterhouse-e-v/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/12/25/moabit-stellungnahme-des-slaughterhouse-e-v/#comments Tue, 25 Dec 2012 04:00:13 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Moabit http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/12/25/moabit-stellungnahme-des-slaughterhouse-e-v/ Als antifaschistische und antirassistische Plattform „Auf die Pelle rücken!“ begrüßen wir die Stellungnahme der Mitgliedervollversammlung des „Slaughterhouse e.V.“ zum Vorwurf der Veranstaltung rechter Konzerte.

Anlass der nun schon mehrere Monate andauernden Auseinandersetzung um die Kulturpolitik des „Slaughterhouse eV.“ war ein im September geplantes Konzert mit den Black-Metal-Bands „Horna“, „Tortorum“ und „Blacklodge“, welches am 20. September dieses Jahres unter dem Dach der „Kulturfabrik Moabit“ stattfinden sollte. Vor allem „Horna“ und „Tortorum“ waren im Vorfeld durch Schnittmengen zum verhältnismäßig kleinen und dennoch gut organisierten Spektrum des „National Socialist Black Metal“ (NSBM), dem neonazistischen Flügel der Black-Metal-Szene, aufgefallen.

In einem persönlichen Gespräch zwischen Vertreter_innen der Plattform „Auf die Pelle rücken!“ und Aktiven des Slaughterhouse e.V., sowie dem veranstaltenden Label „Apocalyptic Visions of Death“, wurde auf die personellen Verbindungen der Bands zur NSBM-Szene hingewiesen: u.a. Verbindungen zur thüringischen Neonazi-Band „Absurd“ und dem Label „W.T.C. Productions“, sowie auf die ideologischen Einstellungen des Sängers der Band „Horna“. Erst vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der Vorgänge und zunehmenden öffentlichen Drucks, sowie der Ankündigung antifaschistischer Gegenproteste, wurde das Konzert letztlich abgesagt.

Nur einen Monat später, am 20. Oktober, konnte das Neo-Folk-Musikprojekt „Triarii“ im Slaughterhouse auftreten. Bei „Triari“ handelt es sich um ein Projekt, dessen militaristische Ästhetik und Bühneninszenierung sich stark am Römischen Imperium, aber auch am Nationalsozialismus bedient, ohne dabei den Eindruck einer glaubhaften Distanzierung zu erwecken.

Hinzu kam, dass das Label „Apocalyptic Visions of Death“, bereits weitere Konzerte für den 11. November und den 13. Dezember in den Räumen des Slaughterhouse angekündigt hatte. Bei den beworbenen Acts „Kill“, „Spearhead“ und „Make A Change… Kill Yourself“ handelte es sich abermals um Projekte mit engen personellen und ideologischen Überschneidungen ins Spektrum des NSBM.

Daraufhin folgten abermals antifaschistische Proteste, die nicht wirkungslos bleiben. Während „Kill“ und „Spearhead“ für den 11. November zuerst vom Slaughterhouse gecancelt und nach weiteren Protesten auch von einer kurzfristig organisierten Ersatzlocation abgesagt worden waren, versuchten die Veranstalter_innen, für den 13. Dezember, das Projekt „Make A Change… Kill Yourself“ nach Hamburg zu verlegen. In Berlin hatte sich, nach einer Absage durch das Slaughterhouse, keine weitere Location bereitgefunden. Auch in Hamburg hatten die Veranstalter_innen kein Glück: So wurde das Konzert nur wenige Tage vor dem geplanten Termin „aufgrund von organisatorischen Problemen“ abgesagt.

Trotz der für uns relativ erfolgreichen Bilanz verhinderter Konzerte und einer unmittelbaren Distanzierung des Slaughterhouse vom verantwortlichen Label „Apocalyptic Visions of Death“, im Zuge der letzten Konzertabsage, stand zeitweise zu befürchten, dass sich das Slaughterhouse unter dem Dach der Kulturfabrik Moabit zu einem unkritischen Ort reaktionärer Darstellungsformen entwickeln würde.

Daher freuen wir uns umso mehr, dass nach diesen Vorgängen, neben der Distanzierung vom verantwortlichen Label, offenbar ein frischer Diskurs über die kulturpolitische Umsetzung eines antirassistischen Selbstverständnisses unter dem Dach der Kulturfabrik in Gang gekommen ist. Wir hoffen, dass diese Auseinandersetzung innerhalb des Projekts weitergeht und dass sie sich in Zukunft umso deutlicher in der Praxis der Projekte niederschlägt. Der spürbare Rechtsruck in großen Teilen der Gesellschaft, der Rassismus, Antisemitismus und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen vermeintlich entpolitisiert und damit normalisiert, macht auch vor vermeintlich fortschrittlichen Subkulturen nicht halt. Umso wichtiger ist es daher, dass sich Veranstaltungsorte wie das Slaughterhouse wieder verstärkt auch als politische Orte begreifen und dagegen Position beziehen, dass die Akzeptanz rechter Einstellungsmuster, unter dem Deckmäntelchen des „Unpolitischen“, auch in alternative Räume Einzug hält.

Auf die Pelle rücken! – Antifaschistische Infos aus Wedding und Moabit

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Stellungnahme der Mitgliedervollversammlung des Slaughterhouse e.V. zum Vorwurf rechter Veranstaltungen in den Vereinsräumen vom 19.12.2012:

Der Slaughterhouse e.V. distanziert sich in aller Deutlichkeit von faschistischen, rassistischen, homophoben, sexistischen oder sonstigen menschenverachtenden Ideologien.Seit fast 20 Jahren veranstalten wir in den Räumen des Slaughterhouse e.V. Konzerte und bieten seitdem eine Bühne für die unterschiedlichsten Musik- und Stilrichtungen an. Auch geben wir internen und externen Veranstaltern die Möglichkeit sich zu entwickeln.

Satzungsgemäß ist ein Zweck des Vereins verschiedene Nationalitäten und Altersstufen zur Förderung des Austauschs unterschiedlicher musikalischer Ausdrucksformen einzubeziehen.Unser Selbstverständnis ist es grundsätzlich nicht mit Künstlern, Strukturen oder Netzwerken zusammenzuarbeiten, die faschistisches, rassistisches, homophobes, sexistisches oder sonstiges menschenverachtendes Gedankengut verbreiten.

Bedauerlicherweise sind uns in letzter Zeit einige Fehler unterlaufen. Wir haben auf berechtigte Vorwürfe (u.A. von „auf die Pelle rücken“) zu Konzerten die bei uns geplant waren oder auch stattgefunden haben zu spät und zum Teil auch falsch reagiert.

Wie konnte das passieren?

Der Slaughterhouse e.V. arbeitet unter anderem mit externen Veranstaltern zusammen und bietet diesen eine Plattform. Im konkreten Fall fand schon seit ca. einem Jahr eine Zusammenarbeit mit „Apocalyptic Visions Of Death“ (eine Veranstaltergruppe aus dem Bereich Metal) statt. Diese Veranstalter haben dann das Vertrauen des Slaughterhouse e.V. dadurch missbraucht, dass sie Bands auf die Bühne bringen wollten, die nicht unserem Selbstverständnis entsprechen.Hier waren wir zu langsam, nicht gründlich genug und haben den Veranstaltern zu sehr vertraut.Als Konsequenz haben wir die Zusammenarbeit mit diesen Veranstaltern unwiderruflich gekündigt.

Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass ferner die Band „Triarii“, die am 20.10.2012 aufgetreten ist, kritisch zu bewerten ist. Die Art und Weise in der „Triarii“ mit der deutschen Vergangenheit umgeht ist uns zu unreflektiert. Die verwendeten Inhalte und Ästhetiken entsprechen nicht unserem Selbstverständnis. Auch mit diesem Veranstalter werden wir nicht mehr zusammenarbeiten.

Aus all diesen Vorgängen haben wir gelernt!

In der Zukunft werden wir schneller reagieren, wir werden gründlicher recherchieren, wir werden unsere Verträge ändern und wir werden jede Zusammenarbeit mit externen Veranstaltern gründlicher überprüfen. Wir sind kein unpolitischer Ort! Wir sind bereit, konstruktive Kritik anzunehmen, ohne unsere Autonomie aufzugeben.

Die Diskussion geht weiter!

Berlin, den 19.12.2012

Slaughterhouse e.V.

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Reinickendorf: rechtsoffene Kneipenkultur und JN-Kegelturnier am Samstag http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/16/reinickendorf-jn-kegelturnier-am-samstag-und-ein-rechtsoffenes-kneipennetz/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/16/reinickendorf-jn-kegelturnier-am-samstag-und-ein-rechtsoffenes-kneipennetz/#comments Thu, 15 Nov 2012 23:01:28 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Reinickendorf http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/16/reinickendorf-jn-kegelturnier-am-samstag-und-ein-rechtsoffenes-kneipennetz/ Am Samstag dem 17.11.2012 ab 17 Uhr soll in der Gastwirtschaft „Zum Kegel“ (Grußdorfstr. 1-3, 13507 Tegel) nahe dem S- und U-Bahnhof Alt-Tegel ein „Kegelturnier der JN“ [1] stattfinden. Dies ist eine der vielen Veranstaltungen, welche die NPD-Reinickendorf in diesem Jahr in ihrem Programm hat.

Für ihre Veranstaltungen können sie dabei auf mehrere Lokalitäten in Reinickendorf und Umgebung zurückgreifen. Den Wirtsleuten dieser Gaststätten muß man angesichts der öffentlichen Debatte um die von Neonazis begangenen rassistisch motivierten Morde mangelnde Sensibilität bei der Vergabe ihrer Räume vorwerfen. Mit antifaschistischen Aktionen sollte dieser Problematik entschlossen begegnet werden. Ob am Samstag angemeldete Proteste stattfinden werden, ist bislang noch nicht bekannt. Wir werden in jedem Fall weiter darüber berichten.

Wendet man sich dem rechten Kneipentreiben in Reinickendorf zu, dann lohnt sich ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit. Als der Berliner Landesverband der NPD zu Anfang des Jahres auf der Suche nach einer geeigneten Räumlichkeit zur Durchführung eines Landesparteitages war, fiel die Wahl nicht zufällig auf eine Lokalität im Berliner Norden. Offenbar seit Jahren konnten Neonazis hier unter Schrimherrschaft des lokalen Kreisverband (KV) 2 der NPD auf eine ganze Reihe von Lokalitäten zur Durchführung von Veranstaltungen zurückgreifen.

Nachdem Antifaschist_innen dies im Vorfeld des 4. Februar 2012 teilweise mit öffentlichem Druck erzeugenden Maßnahmen, wie Kundgebungen vor den damals bekannten Lokalitäten, öffentlich gemacht hatten, konnte die NPD nicht wie geplant in der Residenzstraße im Restaurant „Villa Dalmacja“ tagen, sondern musste in die schnöde NPD-Zentrale nach Köpenick ausweichen – auch wenn man sie in der „Villa Dalmacja“ zuerst gerne als ganz „normale“ Gäste willkommen geheißen hätte [2].

Dann am 21. Juli 2012 lud der KV2 zu seinem alljährlichen „Sommerfest“, ebenfalls nach Reinickendorf. Auch dieses mal wurden Antifaschist_innen im Vorfeld darauf aufmerksam und es gelang die Betreiber_innen einer der ursprünglich angedachten Lokalitäten nahe der Osloer Straße dazu zu bewegen, die Veranstaltung abzusagen und gegen die NPD ein Hausverbot zu verhängen. Doch die Reinickendorfer Neonazis konnten, wie erst im Nachhinein bekannt wurde, umgehend auf eine andere Lokalität zurückgreifen, was diese auch durch ein Foto dokumentierten:

Lokal „Cafe Lust“


Mit NPD-Wimpel: „Sommerfest“ der NPD Reinickendorf im Cafe Lust; vergrößern

Mittlerweile ist bekannt geworden, dass es sich bei dem anderen Lokal um das „Cafe Lust“ (Residenzstraße 19, 13409 Reinickendorf) am U-Bahnhof Residenzstraße handelt, wo sie sich offensichtlich nicht zu verstecken brauchten. Mit NPD-Wimpel auf dem Biertisch konnte dort gefeiert werden und im Internet brüstete man sich später: „Tolles Sommerfest – Der linke Pöbel war mit seinem Terror wieder mal nicht erfolgreich.“ Im Cafe Lust von Brigitte Rosinski fühlte man sich gar so wohl, dass man in der Folgezeit noch mindestens zwei weitere Male, am 5. Oktober und am 2. November seinen monatlichen „politischen Stammtisch“ in den Räumlichkeiten durchführte, von weiteren Besuchen ist auszugehen.


Cafe Lust: Residenzstraße 19, 13409 Berlin-Reinickendorf

Lokal „Bierstub‘n“


„Bierstub‘n“: Residenzstraße 9, 13409 Berlin-Reinickendorf; vergrößern

Ein weiteres Stammlokal des KV2 liegt gleich um die Ecke: Die „Bierstub‘n“ (Residenzstraße 9, 13409 Reinickendorf) dient der NPD seit langem als fester Ort für Veranstaltungen: von Filmvorführungen und Vortragsveranstaltungen bis hin zu „Zeitzeugenveranstaltungen“ konnten hier im Jahr 2012 mindestens ein Dutzend NPD-Veranstaltungen, darunter „monatliche Stammtische“ und Filmvorträge durchgeführt werden.

Lokal „Zum Kegel“

Eine ebenso häufig frequentierte Adresse ist die Kneipe „Zum Kegel(Grußdorfstraße 1, 13507 Tegel) am S- und U-Bahnhof Alt-Tegel. Laut Selbstauskunft eine „Alt Berliner Gaststätte mit Tradition“, betrieben von der Wirtin Elfriede Bartz. Was die „Alt Berliner Gaststätte“ dabei unter Tradition versteht, zeigt der Internetauftritt des Lokals. Dort ist zu sehen, wie den Schankraum unter anderem eine Reichskriegsflagge ziert.


Reichskriegsflagge an der Wand: eine „Gaststätte mit Tradition“; Screenshot

Hier veranstaltete der KV2 auch seine Jahreshauptversammlung im Februar und lud dann u. a. zu „offenen Interessententreffen“, Vorträgen, und zuletzt am Freitag, 09.11.2012 zur Hauptversammlung. Dabei nominierte der KV2 seine Direktkandidat_innen für die Bundestagswahl 2013. Anschließend führte man im „Kleinen Vereinsraum“ eine Vortragsveranstaltung durch. Schon am nächsten Samstag, den 17. November, möchte die NPD-Reinickendorf im „Kegel“ ein „Kegelturnier der JN“ ausrichten.

Lokal „Am Brückenbogen“

Bis zu seiner Schließung im Sommer 2012 diente auch das Lokal „Am Brückenbogen“ (Aroser Allee 152, 13407 Reinickendorf) der Reinickendorfer NPD als fester Veranstaltungsort. Ende Juli kurzzeitig als alternativer Ort für das Sommerfest im Gespräch, traf sich der Kreisverband hier bis zur Schließung monatelang an jedem 1. Freitag im Monat.

Überblickt man diese Informationen, dann bestätigt sich der Eindruck, dass neonazistische Kneipenveranstaltungen in der Region eine deutliche Kontinuität aufweisen. Während es sich bei den Stammtischen im Cafe Lust um den jeweils 125. bzw. 126. handelte, was nahelegt, dass diese bereits seit 10 Jahren in Reinickendorf und Umgebung stattfinden, finden in weiteren Lokalen beinahe monatlich NPD-Treffen und neonazistische Film- und Vortragsveranstaltungen statt. Neben den bereits thematisierten Vorträgen in der Weddinger „Postkutsche“, denen kürzlich eine Absage erteilt werden konnte, bilden sich die Kamerad_innen zu solch illustren Themen wie dem „Waffen- und Versammlungsrecht“ oder schwelgen in Großmachtfantasien über das „Große[s] Preußen“.

Wir fordern Elfriede Bartz, Chefin der Gaststätte „Zum Kegel“, auf das Kegelturnier der neonazistischen „Jungen Nationaldemokraten“ am 17. November abzusagen. Außerdem sollte sie verbindlich zusagen keine Neonazi-Veranstaltungen mehr in ihrer Gaststätte zuzulassen. Wir werden in jedem Fall weiter darüber berichten.

Auf die Pelle rücken! – Antifaschistische Infos aus Wedding und Moabit

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Fußnoten:

[1] Junge Nationaldemokraten (JN) – Jugendorganisation der NPD

[2] „Die Berliner NPD mags kroatisch. Am Samstag trifft sich die rechtsextreme Partei nach taz-Informationen zu ihrem Landesparteitag in der „Villa Dalmacija“ in der Reinickendorfer Residenzstraße, einem Restaurant, das mit „kroatischen Spezialitäten und internationaler Küche“ wirbt. Antifa-Gruppen und der Bezirk rufen zu Gegenprotest auf. Ein Mitarbeiter der Dalmacija bestätigt das Treffen der NPD. „Jeder Gast kann kommen.“ Auch Neonazis? „Jeder.“ Auch bei den Rechtsextremen hat man keine Berührungsängste. „Die Kroaten sind ein europäisches Volk, das sich in unseren Gefilden findet“, so NPD-Vize Sebastian Schmidtke. „Ausländer, die ordentlich arbeiten, sind kein Problem.“ – taz, 03.02.2012

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Prenzlauer Berg: Rechtes Konzert abgesagt http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-rechtes-konzert-abgesagt/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-rechtes-konzert-abgesagt/#comments Sat, 10 Nov 2012 20:45:03 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Prenzlauer Berg http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-rechtes-konzert-abgesagt/ Heute erreichte uns eine Stellungnahme des Konzertveranstaltungsraumes „Blackland“ aus Prenzlauer Berg zum ursprünglich am Sonntag geplanten Konzert der Metal Bands „Tyrants Blood“ (Kanada), „Vassafor“ (Neuseeland), „Maveth“ (Finnland), „Spearhead“ (England) und „Kill“ (Schweden). Nachdem zuerst die Bands „Kill“ und „Spearhead“ vom Lineup gestrichen worden waren [1], wurde das Konzert in den Abendstunden vollständig abgesagt [2].

Die Veranstaltung war nach Bekanntwerden antifaschistischer Recherchen in die Kritik geraten. So war der Veranstalter „Apocalyptic Visions of Death“ jüngst durch wiederholte Versuche aufgefallen, Auftrittsmöglichkeiten für Bands zu organisieren, die enge Verbindungen in das Spektrum des „National Socialist Black Metal“ (NSBM) unterhalten; auch die angekündigten Bands „Kill“ und „Spearhead“ machten dabei keine Ausnahme.

Nachdem sich der ursprüngliche vorgesehene Veranstaltungsort, das Slaughterhouse in Moabit, aufgrund dieser Informationen distanziert hatte, war das Konzert kurzerhand in das „Blackland“ nach Prenzlauer Berg verlegt worden. Auch wenn das „Blackland“ in seiner Stellungnahme augenscheinlich einige Fakten zurück datiert und andere wiederum gänzlich unerwähnt bleiben [3], begrüßen wir den Schritt, die fragliche Veranstaltung abzusagen und bedanken uns bei all jenen, die sich nach wie vor mit uns dafür einsetzen, NS-affinen Musiker_innen keine öffentlichen Auftrittsmöglichkeiten zu überlassen.

Eine Kundgebung zu der Antifaschist_innen für den morgigen Abend vor dem „Blackland“ aufgerufen hatten, wurde daher wieder abgesagt. Doch selbstverständlich werden Antifaschist_innen die Vorgänge weiterhin im Auge behalten.

Auf die Pelle rücken! – Antifaschistische Infos aus Wedding und Moabit

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Fußnoten:

[1] „Pressemitteilung Blackland Berlin 10.11.2012:

Im Rahmen eines in Berlin stattfindenden Metal Festivals, bei dem sich die unterschiedlichsten Bands der härteren Gangart des Heavy Metal, dem Black – und Death Metal präsentieren, findet ein Konzert im Blackland Metal Pub statt. / Zu dem Festival reisen Musiker und Fans der Musik aus allen Teilen der Welt nach Berlin, um Musik zu hören, neue Bekanntschaften zu machen und alte Freunde zu treffen. Die Fans der Musik kommen aus vielen europäischen Staaten und sogar aus Ländern wie Chile, Kanada, Australien und Neuseeland. /Das Konzert welches am 11.11.2012 im Berliner Blackland Pub stattfinden soll, steht in der Kritik, Bands aus der NSBM – Szene (Nationalsozialistischer Black Metal) ein Forum zu geben. / Recherchen des Blackland im Internet, als auch in Metal – Zeitschriften, Gespräche mit Musikern aus der Szene und der Berliner Kriminalpolizei konnten bisher die Vorwürfe der „Auf die Pelle rücken“ Antifa Wedding / Moabit zu den entsprechenden Bands nicht bestätigen. Verschiedene Verknüpfungen einzelner Musiker der schwedischen Band Kill und der britischen Band Spearhead liegen bis zu 10 Jahre zurück. Die Stellungnahme des Slaughterhouse in Moabit, wo das Konzert zunächst stattfinden sollte, stellte ebenso klar, dass entsprechende Recherchen ohne Erfolg verliefen. / Das Engagement von Pankower Politikern, die mit dem Blackland in direkten Kontakt getreten sind begrüßen wir sehr, wobei es leider kurzfristig zu keinem persönlichen Gespräch gekommen ist. Ein Gesprächsangebot gegenüber „Auf die Pelle rücken“ blieb dabei bisher unbeantwortet. / Der Blackland Pub Berlin bietet Bands der verschiedensten Musikrichtungen aus Rock, Metal, Industrial eine Bühne und bleibt dabei völlig unpolitisch. „Langhaaarige mit schwarzer Kleidung“ sind nicht automatisch politisch oder gewalttätig. / Wir canceln hiermit die Auftritte der beiden Bands „Kill“ und „Spearhead“ in Absprache mit den Verantwortlichen Veranstaltern.“

[2] „Hiermit sag[t] das „Blackland“ das Konzert am Sonntag den. 11.11.2012 ab. Es wird kein Konzert diesbezüglich morgen stattfinden.“ – Homepage „Blackland“, 10.11.2012

[3] So hieß es in der ersten Stellungnahme des Blackland vom 10.11.2012 (s.o.):

„Recherchen des „Blackland“ im Internet, als auch in Metal – Zeitschriften, Gespräche mit Musikern aus der Szene und der Berliner Kriminalpolizei konnten bisher die Vorwürfe der „Auf die Pelle rücken“ Antifa Wedding / Moabit zu den entsprechenden Bands nicht bestätigen. Verschiedene Verknüpfungen einzelner Musiker der schwedischen Band Kill und der britischen Band Spearhead liegen bis zu 10 Jahre zurück.“

Das ist falsch: Nach unseren Informationen war „Kill“-Bassist Carl Wockatz alias „Carl Warslaughter“ im Jahre 1996 eines der Gründungsmitglieder der „Sons of Satan“ und am Anschluss bis mindestens 2009 aktiver Teil des neonazistischen Musikprojekts [3.1]. Zuletzt veröffentlichten „Sons of Satan“ im Jahr 2004 ein Album mit neonazistischen Texten [3.2]. 2010 lobte Wockatz in einem Interview die Band „Burzum“ des Neonazis Varg Vikernes [3.3].

Im Jahr 2006 unterstützten „Spearhead“ die US-amerikansche NSBM-Band „Grand Belial’s Key“ im Zuge ihrer Europatour [3.4]. Auch im Jahr 2012 sorgt „Spearhead“-Sänger und Bassist „Barghest“ für Bass und Gesang bei „Tortorum“, die wiederum mit zahlreichen weiteren NS-Bands vom Label „W.T.C. Records“ des „Absurd“ Mitglieds und Neonazis Sven Zimper vermarktet werden [3.5]. Außerdem gibt „Barghest“ noch 2011 den Schriftsteller Julius Evola als persönliche, aber auch lyrische Inspirationsquelle für „Spearhead“ an [3.6]. Bei Evola handelt es sich historisch unstrittig um einen antisemitischen und pro-faschistischen Vordenker der sogenannten „Neuen Rechten“.


Quellennachweise:

[3.1] „Sons of Satan was created in 1996 as a project band of Stormtrooper (aka Master Motorsåg) (vocals) and Warslaughter (drums) from Bestial Mockery. Sons of Satan started back up again in 2008/09 to record a final album with a new drummer.“ – vgl. www.metal-archives.com

[3.2] vgl. SONS OF SATAN LYRICS auf metallyrica.com

[3.3] [Interviewfrage:] What do you think about this trend of depressive Black Metal bands?

[Carl Wockatz ] I couldn’t find it more uninteresting. I prefer old Burzum to modern shit like Hypothermia. Who gives a fuck whether someone thinks black coffee is a reflection of ones miserable life? Why don’t they just write shitty poems to show their shitty girlfriends and spare the rest of us the pain of having a scene overflowing with crappy records…“ – obliteracionzine.blogspot.de, 18.02.2010

[3.4] Konzertankündigung auf Metal Underground.

[3.5] vgl. Homepage bzw. Angebot von: w-t-c.org (Achtung Naziseite!)

[3.6] WULF: „Your interviews are quite fascinating. Obviously, you are often asked about your musical influences, but I‘m curious as to if you are influenced by any specific writers or literature? You‘re quite well-informed when it comes to history, weapons, warfare, etc. Also, I have to ask if you are familiar with the writings of Robert Greene, author of books like 36 Strategies of War and 48 Laws of Power? Just curious.“

BARGHEST: „There is a certain amount of literary influences that have found their way into “Theomachia”, explicitly or otherwise. To name just a few direct influences: Spengler’s “The Decline of the West”, Evola “Revolt Against the Modern World”, Machiavelli “The Prince”; and mytho-philosophical works such as the Bhagavad Gita, the Eddas, Hesiod’s “Works and Days”, etc.“ – Malicious Intent, 05.06.2011

Garett: „The lyrics on both Theomachia and Decrowning the Irenarch look at war and destruction from a philosophical and very intellectual stand point. Can you go into a little bit of detail about the inspiration behind this, and maybe talk a little bit about how taking such a complex approach with lyrics effects Spearhead’s song writing as a whole?“

Barghest: „The songs are written first. The lyrics are always worked out to fit each track after it is written. There are all-pervading lyrical themes you will find in both albums, but Decrowning the Irenarch looks at war more from the perspective of history, teaches as it does that war both ennobles man and strengthens society. Theomachia touches on the apocalyptic, cosmological aspect of war, the hand that pushes what is falling, dealing too with the various traditional (pre-modern) conceptions of the aeon cycle of civilisations. Inspiration come from various readings and reasoned thought. I don’t just want to list a handful of books, which would make no sense taken out of context. But anyone with a genuine interest in such matters may find the works of Evola and Spengler useful starting-points.“ – „Spearhead’s Bargest“ in Metal Pslater , 05.11.2011

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Prenzlauer Berg: Kundgebung gegen rechtes Metal Konzert http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-kundgebung-gegen-rechtes-metal-konzert/ http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-kundgebung-gegen-rechtes-metal-konzert/#comments Fri, 09 Nov 2012 23:03:01 +0000 Administrator Auf die Pelle rücken! Berlin-Prenzlauer Berg http://aufdiepelleruecken.blogsport.de/2012/11/10/prenzlauer-berg-kundgebung-gegen-rechtes-metal-konzert/ Weg mit dem rechten Sounddreck!
Kein Nazi-Blackmetal-Konzert in Prenzlauer Berg!

Am 11. November sollte im Slaughterhouse in Moabit ein Konzert des Labels „Apocalyptic Visions of Death“ stattfinden. Das Label ist bekannt dafür Bands auf die Bühne zu holen die eine enge Anbindung an den faschistischen Teil der Metal-Szene haben und/oder in ihr eine aktive Rolle spielen. So sollten an diesem Sonntag die Bands „Tyrants Blood“ (Kanada), „Vassafor“ (Neuseeland), „Maveth“ (Finnland), „Spearhead“ (England) und „Kill“ (Schweden) in Moabit spielen. Nach dem der politische Hintergrund der Bands bekannt wurde sagte die Location das Konzert ab und beendete die Zusammenarbeit mit dem Label. Daraufhin wurde das Konzert ins „Black Land“ nach Prenzlauer Berg verlegt.

Das „Black Land“ am Thälmann Park verweigert eine Absage mit der Begründung, dass der Konzertveranstalter aus Argentinien komme und darum nicht rechts sein könne bzw. keine rechten Konzerte veranstalten könne. Die Tatsache, dass der Bassist von „Spearhead“ in Interviews Julius Evola als persönliche Inspirationsquelle benennt scheint genauso wenig zu stören. Julius Evola ist einer der philosophischen Vordenker des italienischen Faschismus und Wegbereiter eines anti-judaistischen, antichristlichen Germanenkultes, der auf de konsequente Vernichtung des Gegners setzt.

Bei „Spearhead“ und „Kill“ bestehen keinerlei Berührungsängste nach rechts – das ist hinlänglich bekannt. So spielt beispielsweise ein Mitglied von „Kill“ Schlagzeug bei der Naziband „Sons of Satan“, die in ihren Texten dem Führer huldigen und die Vernichtung der Juden fordern. Das „Black Land“ sieht auch in dieser Verbindung kein Problem, schließlich könne besagtes Mitglied als Schlagzeuger nichts für die NS-verherrlichenden Texte der Band. Zu guter Letzt gingen „Spreahead“ im Jahr 2006 gemeinsame mit der NS-Black Metal-Band „Grand Belial’s Key“ aus den Vereinigten Staaten auf Europatour.

Wir dulden keine rechten Konzerte, weder in Moabit, noch in Prenzlauer Berg oder sonst wo! Beteiligt euch an Gegenprotesten. Bringt Transparente mit.

11. November 2012 | 18:30 | Lilli-Henoch-Straße 1

Quelle: Kein Kiez für Nazis

Die Veranstalter_innen haben das Konzert kurzfristig abgesagt. Die zeitgleich angekündigte Antifa-Kundgebung hat daher nicht stattgefunden.

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